Sommerakademie Thun 2013

Was ist die Ursache, dass im fernen Moskau jemand den Schraubenzieher weglegt und nach Thun fährt? Wer hat gerufen, dass in Holland, Deutschland, den Dolomiten und aus allen Ecken der Schweiz sich Leute in den Zug oder ins Auto setzen und sich im Berner Oberland einfinden?

Nein, der Grund ist nicht Sir Simon, auch nicht Sir John Eliot, weder die grosse Cecilia noch die einzigartige Emma; es sind Josef und Bernhard die zur Sommerakademie laden!

Die Leute besetzen Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen. Sie üben Noten, schweben in den höchsten Lagen, bemühen sich das leiseste piano zu flüstern, synchronisieren ihren Herzschlag, lassen den Atem fliessen und singen sich die Seele aus dem Leib. Letzteres nicht immer zur Freude des Chefs. Manuela unterstützt mit Händen und Füssen am Klavier.

Die Proben sind manchmal anstrengend, manchmal leicht. Wir lernen Stölzel kennen, der sich darin geübt hat betonte Silben unter unbetonte Noten zu setzen und umgekehrt, was uns einiges Kopfzerbrechen verursacht hat. Haydn dagegen wie gewohnt um dann wieder überraschend anders zu sein als man meint.

Für die sechs Dirigenten waren die beiden Werke eine echte Herausforderung. Es galt alle Stimmen möglichst auswendig zu kennen, man musste wissen, wer wo sass im Orchester, verschiedene Sänger wünschten eine persönliche Aufforderung um den Einsatz nicht zu verpassen. Alle meisterten die ihnen gestellte Aufgabe am Schlusskonzert mit Bravour.  

 Es war eine bereichernde, schöne Woche. Wir haben viel gelacht, geschwatzt, Kaffee getrunken, Kuchen gegessen und eindrucksvolle Musik genossen.

Nochmals herzlichen Dank an Josef und Bernhard, für die grosse Arbeit die sie geleistet haben. Übrigens, hätten wir eine Queen, sie wären schon längst in den Adelsstand erhoben worden für ihre ausserordentlichen Verdienste!

Esther Scheurer (2013)