Sommerakademie Thun 2015

Johannes Brahms hiess er, dessen Werk wir sangen, ein deutsches Requiem im heissen Sommer in Thun.
Ohne schweisstreibende Arbeit erreicht man nichts. Aber wir nahmen die Herausforderung an. Die Wohnungen klangen schon ganz lieblich im Gottesdienst am Sonntag.
Hat man einen Flügel, sind Pianisten nicht weit. Marc und Federico begeisterten alle durch ihr Können. Bot sich die tolle Gelegenheit ihnen auf die Finger zu schauen, verpasste man dann und wann den Choreinsatz. 


Andreas schleppt unermüdlich Wasser, kalten Kaffee, süsse und salzige Köstlichkeiten zum Buffet. Man hört sogar sagen, seine Arbeit sei die Wichtigste, ein Highlight der Woche.
Neben der Arbeit des Notenpaukens gab es das Vergnügen am Kammermusikabend dabei zu sein. Daniela Eaton und Raphael Jud sangen Lieder von Brahms, begleitet von Federico, ein wahrer Ohrenschmaus!
Nicht einmal die Hitzetemperatur von nahezu 40° (gefühlt darüber) konnte die Stimmung trüben. Wir waren mit vollem Elan dabei. Hiess es doch etwas Grossartiges zu erarbeiten.
Es wurde viel gelacht, geschwatzt und man traf sich zum kühlen Trunk beim Kerzenschein wenn der Kellner schon nach Hause gegangen war und das Licht schon gelöscht wurde.
Sechs Dirigenten stürzten sich in das Abenteuer, ihr Können an einem 125 Stimmen starken Chor zu vertiefen. Und sie machten ihre Sache sehr gut.
Bernhard zog alle Register um uns die richtigen Noten, Linien, Höhen und Tiefen beizubringen. Er schaffte es, aus uns Individualisten einen wohlklingenden Chor zu machen. Mit viel Humor brachte er uns dazu die richtige Intonation zu finden, die Aussprache zu verbessern, richtig auf dem Stuhl zu sitzen, zu singen ohne verräterisch zu atmen.
Raphael widmete sich mit Leib und Seele seinen Studierenden. Er scheute sich nicht notfalls Füsse fest zu halten, wenn das Dirigat zu sehr nach Tanz geriet. Er beantwortete bereitwillig bei einem Bier sämtliche Fragen, fand aber spät nachts immer noch Zeit sein T-Shirt zu waschen und zu bügeln.
An den Strand des Thunersees konnte man während der singfreien Stunden. Ein kühles Bad im See war genau das Richtige nach der intensiven Beschäftigung mit den Brahms`schen Noten. 
Hielten wir uns Anfang der Woche an den Noten noch fest, sangen wir unter den strengen Blicken der Dirigenten immer mehr auswendig, Übung macht halt eben doch den Meister!
Mit einem eindrücklichen Konzert ging die Woche zu Ende. Es war spannend die verschiedenen Ausdrucksformen der Dirigierenden zu erleben. Sie machten es alle hervorragend.
Selig sind wir alle, denn wir haben eine einzigartige Woche erlebt. Allen sei gedankt, die vor und hinter dem Vorhang Ausserordentliches geleistet haben.

Esther Scheurer (2015)