Sommerakademie Thun 2017

Perlen-Fischen

Ein kurzer, rätselhafter Rückblick für Insider oder Ratefüchse jeglicher Art.
Bestehend aus sieben frei gewählten „Perlen“ der vergangenen Akademiewoche mit jeweils drei Lösungsvorschlägen. Mehrfachantworten sind möglich.

Perle 1             6.5 Wochen   

A
Zeitrahmen, in welchem pflichtbewusste Sänger und Sängerinnen alle Läufli und Silbenverteilungen zu Hause schon optimal eintrainieren.
B
Zeitrahmen, in welchem Joseph Haydn die Schöpfungsmesse komponiert hat.
C
Zeitrahmen, in welchem die zahlreichen Eindrücke der Sommerakademie jeweils noch nachwirken, mindestens.

Perle 2            S Läbe cha rächt eifach sii

A
Erkenntnis einer manchen Chor-Sängerin (und Hausfrau), weil sich in dieser Woche sowohl das Pausenbuffet wie auch der Abwasch danach jeweils quasi von selbst erledigt hat.
B
Erkenntnis eines manchen Chor-Sängers, weil es offensichtlich für eine umfassende Zufriedenheit nicht viel mehr braucht als singen, essen, schlafen.
C
Erkenntnis eines Kurs-Dirigenten aus der Ostschweiz, weil sich auch mit einer weniger kräftezehrenden Dirigiertechnik ein guter Chorklang erzeugen lässt.

Perle 3             Einschränkungen

A
im politisch-kompositorischen Sinne: von Haydn diplomatisch-schlitzohrig in Kreativität umgewandelt.
B
im gesanglich-voluminösen Sinne: Von Benhard den Sopranistinnen immer wieder auferlegt.
C
im künstlerisch-korrepetitorischen Sinne: keine. Die können alles.

Perle 4             Komm zur Quelle

A
Einladung von Theo, dem Ursprung des unterschiedlichen Menschenbildes von Katholiken und Protestanten nachzuspüren.
B
Einladung von Andreas, sich beim Pausenbuffet zu bedienen.
C
Einladung von Raphael, mithilfe seiner Madrigalisten weitgehend unbekanntes Schweizer Liedgut kennen und schätzen zu lernen.

Perle 5             Chli links, chli rächts

A
minimalistische Dirigier-Philosophie eines unbekannten Dirigenten aus Polen.
B
ganzheitliches Körper-Metronom-Experiment eines bekannten Dirigenten aus dem Wallis.
C
charismatische Kyrie-Schunkel-Methode eines berüchtigten Dirigenten aus Basel.

Perle 6             S         

A
wie Sommersonne am Thuner Himmel – nebst Wolken und einzelnen Regenschauern.
B
wie Stimmbildung bei den bewährten Solistinnen Daniela & Barbara.
C
wie „s“, der kurze, oder mittellange oder auch (zu) lange Zischlaut am Ende einer Silbe, und zwar genau auf den nächsten Schlag, d.h. auf die erste Pause nach dem letzten Ton, auf welchem die Silbe mit dem Zischlaut kam, oder etwas vor diesem Schlag oder etwas danach, je nach Wunsch des Dirigenten oder Forderung der Dirigentin oder Verständnis des Chores oder Aufmerksamkeit der Bässe oder Folgsamkeit der Altistinnen oder Möglichkeit der Sopranistinnen oder Fähigkeit der Tenöre oder ganz selten auch gemeinsam gleichzeitig vorgetragen, wenn alle per Zufall gleichzeitig nach vorne schauen.

Perle 7            Weiter, weiter…

A
beinahe penetrant geäusserter und wohl gemeinsam abgesprochener Wunsch aller Dirigierenden nach vorwärtsstrebendem Gesang ohne Schleppen.
B
berndeutsch für „wollt ihr, wollt ihr…“
C
inniger Flehruf des Chores mit der darin enthaltenen dringlichen Bitte um eine Neuauflage der Sommerakademie.
Der Flehruf wurde erhört. Vom 07.-13. Juli 2018 gibt es die erbetene Neuauflage, dannzumal mit einer Akademie-Fassung der Johannes-Passion. Man darf gespannt sein…
Somak-Perlen gefischt, geschliffen und poliert von Barbara Alig

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